Gut besuchte Veranstaltung in Eberswalde

Unter dem Motto „Triff Katrin“ fand gestern Abend im Eberswalder Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio eine öffentliche Veranstaltung statt, bei der unter der Moderation der Brandenburgischen Spitzenkandidatin Annalena Baerbock dem Publikum die Möglichkeit geboten wurde, Katrin Goering-Eckhard Fragen zu stellen.

Mit knapp 90 Besuchern war die Veranstaltung gut besucht.

Die Fragen des Publikums reichten von der Bildungs-, Agrar-, Verkehrs- und Energiepolitik auch zu harten Themen, wie Flüchtlingspolitik. Damit wurde ein anspruchsvolles Programm beschrieben, das von Katrin Goering-Eckhardt und Annalena Baerbock zu bewältigen war. Es kann hier im Blog thematisch nicht auf alles eingegangen werden.
Zwei Themenbereiche werden hier beispielhaft genannt.

Die Frage einer Tagesmutter nach den Auswirkungen grüner Forderungen nach Senkung des Betreuungsschlüssels in Kitas für Tagesmütter zeigte ein Problemfeld auf, das mitgedacht werden muss.
Für eine prekär bezahlte Barnimer Tagesmutter mit ihrem Stundensatz weit unter Mindestlohnniveau bedeutet eine Senkung des Betreuungsschlüssels eine wirtschaftliche Einbuße, die weder vertretbar, noch gewollt ist.

Hierzu wurde von Katrin Goering-Eckhard geantwortet, dass eine auskömmliche Entlohnung der Erzieher und Tagesmütter Bedingung sei, um solche Forderung umsetzen zu können und diese Entlohnung ist mit bundeseinheitlich sicherzustellen.
Richtig – wenn Mensch nicht davon leben kann, was er tut, wird er es nicht tun und wenn es nicht genügend Erzieherinnen, Erzieher und Tagesmütter gibt, werden alle Bemühungen um Qualitätsverbesserung scheitern. Der ebenfalls anwesende Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion, Axel Vogel, wies in einer kurzen Stellungnahme darauf hin, dass derzeit quer durch alle Bereiche des öffentlichen Dienstes ohnehin das Problem zu geringer Bewerberzahlen bestünde. Es gibt gar nicht genügend Menschen, die den Bedarf in betreuenden Berufen decken würden.
Insofern führt meiner Überzeugung nach an einer Verbesserung der Einkommenssituation kein Weg vorbei.

Das Thema Mobilität und Verbrennungsmotor war Gegenstand einer weiteren Frage. Bei der Beantwortung wies Katrin Goering-Eckhardt darauf hin, dass die Politik der Bundesregierung, aber auch der FDP mit ihrer Forderung, Grenzwerte zu erhöhen, letztlich ausschließlich darauf hinauslief und nach wie vor läuft, den Status Quo zu erhalten und die Automobilindustrie vor harten Forderungen abzuschirmen.
Die Hausaufgaben wurden bisher auch nicht gemacht. Die Grundvoraussetzungen eines Durchbruchs der Verkehrswende sind trotz großer Ankündigung der Kanzlerin nicht gegeben, weil nach wie vor Eigner von Elektrofahrzeugen keine flächendeckende Ladeinfrastruktur vorfänden und es auch an Standards fehlt.

Zu recht wies Katrin Goering-Eckhardt darauf hin, dass es der Autobranche im Rest der Welt relativ gleichgültig sei, wie hier Industriepolitik betrieben wird. Das Ausland entwickelt die Elektromobilität weiter und bringt sie auch auf den deutschen Markt und wenn die deutsche Industrie keine adäquaten Konkurrenzprodukte liefern kann, wird sie vom Markt verdrängt werden… schleichend und mit katastrophalen Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt. Deswegen machen wir Bündnisgrünen Druck und bestehen auf das Auslaufen des herkömmlichen Verbrennungsmotors. Damit werden zukunftsfähige Rahmenbedingungen und eine Zielmarke gesetzt, mit der die Industrie kalkulieren kann und muss.

In der Gesamtheit waren es schnell vergangene zwei Stunden und in der Gesamtbewertung ein gelungener Abend, bei dem überzeugende Argumente dafür geliefert wurden, warum unser Land starke Grüne braucht. 

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