Fairer Handel geht alle an

Gestern Abend fand in der Prenzlauer Jacobi-Kirche eine Diskussionsveranstaltung zum fairen Handel statt, zu der der bündnisgrüne Kreisverband Uckermark eingeladen hat. Gast des Abends war der Buchautor Frank Herrmann, der bei der Veranstaltung im Rahmen seiner Faire-Bike-Tour über seine persönlichen Erfahrungen im Kreis von Kleinbauern in Guatemala und deren Abhängigkeit von den Weltmarktpreisen des Kaffees berichtete. Frank Herrmann legte und dar, welche Strukturen hinter den Marktmechanismen stehen.

Das Konzept des Fairen Handels soll durch Stärkung der Kleinbauern dagegen wirken, indem Kleinbauern, die ihren Kaffee an die Fair-Trade-Kooperativen verkaufen, den doppelten Preis erzielen, als wenn sie ihren Kaffee am Straßenrand an Händler veräußern. Problem ist allerdings, dass die Händler sofort in bar bezahlen, während die Fair Trade-Kooperativen die Erlöse erst später auszahlen.

Die Diskussion wurde am Ende eine kritische Aufarbeitung unserer Art zu wirtschaften, die auf nichts anderem aufbaut, als der Ausbeutung von Menschen in anderen Teilen der Welt und die Diskussion beschränkte sich auch nicht auf das Thema „eine Welt“, sondern ging auch ganz konkret auf die Marktverhältnisse hierzulande ein – vom Lebensmittel- bis zum Energiemarkt – und die Mechanismen, mit denen ein politischer Durchbruch zum besseren verhindert wird. So spielt letztlich auch die Finanzwirtschaft mit überzogenen Renditeerwartungen eine bedeutende Rolle in dem wirtschaftlichen Gesamtgeflecht.

Wer eine faire Gesellschaft möchte, muss gegen Wirtschaftsinteressen ankämpfen. Wo diese liegen, ist unschwer im Spendenbericht des Deutschen Bundestages erkennbar. Die aufaddierten bisherigen Zahlen für 2017 (Stand 31.08.2017, 11:30 Uhr) lauten:

CDU FDP SPD LINKE GRÜNE SSW
2.051.537,00 € 1.686.512,00 € 270.000,00 € 0,00 € 100.000,00 € 361.454,89 €

Ich machte in meinen Debattenbeiträgen deutlich, dass die Wählerinnen und Wähler es in der Hand haben, ob sich überhaupt etwas ändern kann. Ob die Kräfte der Beharrung auf dem status quo gewählt werden oder dem Wandel überhaupt erst einmal eine Chance gegeben wird. Mit einer Wahl von CDU oder FDP ändert sich ganz sicher nichts.

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