Ortstermin in Trampe/ Brüssow

Mich erreichte in der vergangenen Woche über die Wahlkampfhomepage ein Hilferuf von Bürgern aus Trampe/ Brüssow. Dort gibt es einen Verein, der sich aus Bürgern zusammensetzt, die sich die Fortentwicklung des Dorfes auf die Fahnen geschrieben haben.

Durch das Dorf führt eine alte Pflasterstraße aus den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts, die man seitens der Dorfbewohner aus Gründen des Ortsbildes und zur Verkehrsberuhigung gerne erhalten würde. Der Landkreis als Straßenbaulastträger würde diese Straße hingegen in ein paar Jahren grundhaft ausbauen und asphaltieren wollen. Die Stadt Brüssow als zuständige Kommune zieht sich mangels Zuständigkeit zurück und die Bürger fühlen sich alleinegelassen. Während der Streit ausgetragen wird, wird die Straße mit jedem Regenguss schlechter, weil das Regenwasser große Pfützen bildet, welche die Steine freispülen und lockern. Dazu kommt Schwerlastverkehr mit Lkw, die sich durch das Dorf quälen und die Straße zusätzlich belasten.

Weil bereits bei der Lektüre des Schreibens deutlich wurde, dass es sich nicht um ein Bundesthema handelt, sondern eines, das auf den Tisch des Kreistages Uckermark gehört, bat ich den Kreistagsabgeordneten Gernot Schwill und die Kreisgeschäftsführerin des grünen Kreisverbandes Uckermark um Teilnahme an einem Ortstermin, der mit der Absenderin, Frau Lewandowski, für heute verabredet wurde. Für mich selber sah ich allenfalls eine vermittelnde und beratende Funktion.

Zudem informierten wir wunschgemäß die Presse, so dass bei dem heutigen Ortstermin auch Uckermark-TV und Antenne Brandenburg zugegen waren. 

Im Rahmen des Gesprächs mit den Bürgern wurde schon deutlich, dass die Bürger das Dorf touristisch attraktiv gestalten wollen und Wege suchen, das Bestmögliche aus ihrem Dorf zu machen. Die alte gepflasterte Dorfstraße vermittelt einen urwüchsigen Dorfcharakter, den man gerne erhalten möchte. Und mir wurde es auch deutlich gemacht, dass einzusparende Straßenausbaubeiträge nicht im Zentrum der Überlegungen stehen. Anwesend war auch ein Gutachter, der darauf hinwies, dass der Erhalt der Straße mit geringeren Kosten verbunden sei, als ein grundhafter Neuausbau, weil die alte Straße nur partiell zu reparieren sein. Ein grundhafter Neubau sei nur am Ortseingang erforderlich.

Meine Frage nach Menschen mit Behinderungen, die auf einen Rollator angewiesen sind und für die die alte Dorfstraße im gegenwärtig tatsächlich beklagenswerten Zustand ein sicherlich schwer passierbares Hindernis darstellt, wurde dahingehend beantwortet, dass man sich vorstellt, ein begleitendes Asphaltband für den Fahrrad, Kinderwagen und Rollatorverkehr zu bauen.

Es folgte nach einer Ortsbesichtigung eine Beratung der kommunalpolitisch unerfahrenen Bürger über Zuständigkeiten und Möglichkeiten, so ein Projekt anzugehen, bzw. auch Fallen, die so ein Projekt zum Scheitern bringen könnten. Es wurde aber auch hingewiesen, welche Konsequenzen bestimmte Argumentationen nach sich ziehen könnten.

Gernot Schwill nahm das Thema für den Kreistag auf.

Am Ende des gut 2 1/2stündigen Ortstermins schaute ich in zufriedene und dankbare Gesichter. Es werden jetzt von dem Verein ein paar Vorbereitungen zu treffen sein und dann kann das Projekt im Zusammenwirken mit der bündnisgrünen Kreistagsfraktion angegangen werden. 

Mehr war heute nicht leistbar.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Solve : *
32 ⁄ 16 =


1 Kommentar