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Sind geplante Windparks Motiv für Naturfrevel?

Die Berichterstattung der Templiner Zeitung vom 15.05.2017 mit der Überschrift „Adlern das Nest unter den Federn weggeschlagen“ nahm die bündnisgrüne Abgeordnete im Kreistag der Uckermark, Birgit Bader, zum Anlass, den Kenntnisstand der Verwaltung zu Auswirkungen von illegalen Baumfällungen mit Adlerhorsten in geplanten Windparks zu erfragen und inwieweit die Fällung dieser Horstbäume die Genehmigung zum Bau neuer Windräder beeinflusst.

Anlass der Zeitungsberichterstattung war die illegale Fällung eines Baumes bei Herzfelde, auf dem sich ein Seeadler-Horst befand. In dem Bereich der Umweltstraftat soll ein Windpark entstehen.

In der Antwort der Kreisverwaltung auf die Fragen wurde auf zwei weitere einschlägige Fälle aus dem April 2016 und Winter 2016/ 2017 verwiesen, in dem ebenfalls Horste illegal zerstört wurden und ebenfalls der Verdacht eines Zusammenhangs mit einem geplanten Windpark auf der Hand lag.

Ferner wurden in den Jahren 2014 und 2015 in einem Brutwald in der Gemeinde Uckerland sämtliche Horste entfernt.

Die Untere Naturschutzbehörde vertritt die Auffassung, dass die Entfernung der Horste keine Auswirkung auf die Beurteilung der Abstandsflächen habe, lässt diese Rechtsauffassung aber aktuell beim Ministerium prüfen.

Das Ministerium ist verantwortlich für einen „Niststättenerlass“ aus dem Jahr 2011, in dem die Schutzfristen für Niststätten zugunsten der Planung von Windparks drastisch von fünf, bzw. zehn Jahren auf dann zwei Jahre herabgesetzt wurden.
Da eine Zeitspanne von zwei Jahren ohnehin für die Planung von Windparks benötigt werden, macht es also durchaus Sinn, störende Nester zu entfernen, wenn man die Investition tätigen will und  Naturschutzerwägungen beim Geldverdienen stören.

Bei dieser Regelung wird strafbares Handeln zum Akt wirtschaftlicher Vernunft. Der Änderungsbedarf ist damit offenkundig. Ich habe zu dem Thema eine Pressemeldung veröffentlicht.

 

 

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