Besuch auf Gut Kerkow

Gemeinsam mit unserer Bundesvorsitzenden Simone Peter, der Geschäftsführerin des bündnisgrünen Kreisverbandes Uckermarkt, Ulrike Harsch, Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Uckermark, Robert Schindler und dem Templiner Stadtverordneten Stefan Rikken unternahm ich gestern eine Betriebsbesichtigung auf Gut Kerkow. Dieses Gut ist von der prominenten Köchin Sarah Wiener mit weiteren Mitstreitern gekauft worden und betreibt ökologischen Landbau und nachhaltige Tierhaltung.

 Sarah Wiener stellte uns ihre Grundphilosophie einer ökologisch einwandfreien Betriebsführung vor und berichtete von den Herausforderungen, vor denen Landwirtschaft heute steht. Die Schere zwischen Margendruck bei den Erzeugnissen, Kostendruck bei der Produktion und Refinanzierung von Fremdkapital macht es schwer, als Landwirt auskömmlich über die Runden zu kommen. Diese Probleme zwingen die Landwirte geradezu zu einer unökologischen Wirtschaftsweise, mit der sich aber letztlich ihre Böden kaputt machen und die Umwelt mit Nitrat, Pestiziden und Antibiotika verseuchen. Daher braucht die Landwirtschaft eine Umsteuerung.

Aus Wirtschaftlichkeitserwägungen wird in dem Betrieb in absehbarer Zeit die Milchviehhaltung abgeschafft werden müssen und eine Konzentration auf die Fleischerzeugung mit eigener Schlachterei erfolgen.

Was Sarah Wieners Meinung nach nicht akzeptabel sei, ist die Förderung von Wirtschaftsformen in der Landwirtschaft, die ausschließlich auf Masse und Export ausgerichtet sei und keine ökologischen Kriterien berücksichtige. Simone Peter ergänzte hierbei auch den Aspekt, dass mit den Exporten aus der EU die heimische Landwirtschaft in den Abnahmeländern unter Druck gesetzt würde.

Was mir auf Gut Kerkow sehr gut gefallen hat, war die Haltung von Ammen-Kühen, die Kälbchen säugen. Damit werden auf Gut Kerkow die zuweilen problematischen Folgen der Trennung der Kälbchen von den Mutterkühen gemildert.

Die Tiere haben auch viel Platz im Stall – viel mehr, als anderswo. Anrührend fand ich ein Kälbchen, das bei unserer Führung von der Mutterkuh argwöhnisch bewacht im Stall lag und gerade erst geboren worden ist. War das Kälbchen niedlich!

Nach der Betriebsbesichtigung gab es noch eine Kostprobe von leckeren Erzeugnissen aus dem empfehlenswerten Hofladen, in dem zu fairen Preisen Produkte des Betriebes angeboten werden.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Solve : *
28 ⁄ 4 =


1 Kommentar