Da ist was Tolles in einer Randlage der Uckermark entstanden

Heute hatte ich die Gelegenheit, in Radekow im nordöstlichsten Zipfel der Uckermark nahe der Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern und nach Polen an der Auszeichnung der Bio-Rosenzüchterin Andrea Genschorek teilzunehmen, die heute von unserer bündnisgrünen Landesvorsitzenden Petra Budke mit dem Gründerinnenpreis ausgezeichnet wurde.

Auf einem idyllisch gelegenen Anwesen hat Andrea Genschorek einen Betrieb gegründet, der den ökologischen Gedanken konsequent umsetzt. Es wird auf robuste einheimische Arten gesetzt, die ohne Einsatz Chemie produziert und bis zur Verkaufsreife gepflegt werden. Andrea Genschorek ist in den ostdeutschen Bundesländern die einzige Bio-Rosenzüchterin. Sie geht dabei mit einem ganzheitlichen Ansatz über das geforderte Maß des Bio-Zertifikats, Blumen und Insekten nicht chemisch zu behandeln, deutlich hinaus.

Selbst das Gießwasser war ihr vertiefte Gedanken wert. Weil das Wasser aus dem betriebseigenen Brunnen nicht den qualitativen Andorderungen der Pflanzen genügte, wurde der natürliche Söll auf dem Grundstück ertüchtigt und liefert nun ausreichend Gießwasser in der richtigen kalkarmen Qualität für die Rosen.

Die Erde der Rosenäcker wird nicht umgegraben, sondern bleibt mit einer Gras-/ Kleemischung bewachsen, um der Erosion Einhalt zu gebieten. Weiter setzt Andrea Genschorek bei der Bodenpflege auf den Gedanken der Permakultur, indem sie vor Neuanpflanzungen erst einmal organisches Material (Herbstlaub/ Stroh) auf den Boden aufbringt, verrotten lässt um anschließend die Pflanzen einzubringen.

Mit der Uckermärker Küchenrose „Roseraie de l`Hay“ (einem Wildrosenabkömmling), liefert sie eine Spezialität, die ihre Abnehmer bin in Berliner Restaurants findet.

Seit einem Jahr hat sie das „Rosen Café“ an die Japanerin Akiko Hashimoto verpachtet, die mit außergewöhnlichen, blumigen Gaumenfreuden Kundschaft aus Berlin und sogar Süddeutschland anzieht. Ebenfalls neu entstanden sind zwei Ferienwohnungen. Akiko Hashimoto schätzt die Uckermärker Küchenrose wegen ihrer geschmacklichen Eigenschaften und der Farbstabilität der Rosenblätter, die damit den Zubereitungen eine frische Farbe geben.
Diese Aussage stellte Akiko Hashimoto mit einen köstlichen Rosentee und einer löstlichen Rosentorte unter Beweis. Ehrlich – das Cafe ist ein Geheimtipp!

In der wirtschaftsarmen Region hat Frau Genschorek zwei langzeitarbeitslosen Frauen wieder Arbeit gegeben. Zusätzlich hat sie eine Stelle für einen Mini-Jobber geschaffen. Das zeigt: man kann auch in abgelegenen Regionen etwas aufbauen und bewirken. Die Rosenzüchterin ist ein tolles Vorbild.

 

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