Die Diskussion zum Taser

Ausstattungsfragen der Polizei sind normalerweise Ländersache, bzw. des Bundes, soweit es Bundesbehörden anbelangt.
Immer wieder kommt es jedoch zu Diskussionen auf Bundesebene, wenn ein(e) Polizist(in) einen Menschen erschossen hat und der Vorfall zu untersuchen ist. Und in diesem Zusammenhang wird immer wieder die Frage der Einführung eines Tasers erörtert.

Um es mit knappen Worten auf den Punkt zu bringen – ich bin uneingeschränkt für die Einführung dieses Einsatzmittels.
Mir ist es lieber, ein Polizist hat in einer konkreten gefährlichen Einsatzsituation ein Einsatzmittel an der Hand, dass einen tödlichen Schusswaffengebrauch möglicherweise noch vermeidbar macht, indem es den Gegenüber mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne tödliche Verletzungen außer Gefecht setzt, als dass mangels brauchbarer Alternative mit wahrscheinlich tödlichen Folgen geschossen werden muss.

Solche tragischen Ereignisse, wie der unlängst in Berlin-Moabit getötete Iraker, der mit dem Messer auf den bereits festgenommenen Schänder seiner Tochter losging und von der Polizei erschossen wurde, wäre mit einem Taser möglicherweise ohne tödliche Verletzungen lösbar gewesen. Und das ist doch das polizeiliche Ziel – alle Beteiligten in Konfliktsituationen einschließlich der Polizisten sollen am Ende des Tages möglichst unbeschadet geblieben sein.

Es geht bei der Einführung des Einsatzmittels um die Chance, in geeigneten Fällen tödliche Schusswaffeneinsätze zu vermeiden – nicht um einen Königsweg, der den Schusswaffengebrauch immer verhindern könnte. Das ist ganz sicher nicht möglich, da jedes Einsatzmittel Vor- und Nachteile hat, welche sachkundig vor dem Einsatz abgewogen werden müssen.
Wenn aber diese Chance infolge einer verhinderten Taserausstattung nicht besteht, gibt es folglich in keiner der denkbaren Fallkonstellationen die Alternative zum Schusswaffengebrauch… mit allen tragischen Folgen in jedem Einzelfall.

Dass es auch hier und da bei Tasereinsätzen zu Todesfällen kommen kann soll nicht bestritten werden. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch deutlich geringer, als beim Schusswaffeneinsatz.
Und die Alternative „möglicherweise tödliche Folgen“ ist besser, als „höchstwahrscheinlich tödliche Folgen“.