Die Risiken sind unvertretbar

Was wurde den Menschen nicht alles an Verheißungen versprochen, wenn erst einmal die neuen gentechnisch veränderten Pflanzen auf dem Markt sind. Und was ist dann dabei herausgekommen?

Der BUND hat es beschrieben:

Unerwünschte Resistenzen in Pflanzen- und Tierwelt breiten sich aus.

Der Wert der Böden wird gemindert, weil der sogenannte Durchwuchs genveränderter Samen, die im Boden verblieben sind,  eine Umstellung der Kulturen auf nicht genveränderte Pflanzen praktisch verhindern.

Gentechnikfrei produzierende Betriebe erleiden aufgrund gentechnischer Verunreinigung Verluste. Kontaminierte Produkte können nur noch mit Preisabschlägen vermarktet werden, weil sie nicht mehr den Anforderungen eines „Bio“-Produktes genügen. 

Die gesundheitlichen Risiken der Produkte sind nicht abschätzbar.

Das Patentrecht erzwingt geradezu eine wirtschaftliche Abhängigkeit der Landwirte von der Industrie, weil sie nicht mehr allein über Anbaumaßnahmen, den Einsatz von Spritz- und Düngemitteln, den Umgang mit der Ernte und über die Vermarktung entscheiden können und von bestimmten Produkten abhängig sind. Das treibt die Kosten nach oben und senkt die Marge.

Gentechnisch veränderte Pollen, die einmal in der Welt sind, können nicht mehr zurückgeholt werden.

Und wofür sollen diese Risiken für Natur und Verbraucher eingegangen werden?

Der Gewinn der chemischen Industrie ist der einzige messbare Nutzen, dem eine Vielzahl von Nachteilen und Risiken der Allgemeinheit gegenüber stehen. Das Ganze taugt deswegen nichts und gehört zurückgedrängt.

Wie dichtete im Jahr 1798 Johann Wolfgang von Goethe in seinem Zauberlehrling?

„…Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch...

Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los…“.

Dieses über 200 Jahre alte Werk der Dichtkunst trifft absolut den Kern der Problematik.

Wir haben eine Welt mit einer Natur überantwortet bekommen, die seit Jahrmillionen wunderbar funktioniert. Wo ein Rädchen ins andere greift und jedes Lebewesen – vom Bakterium bis zum Elefanten, von der Amöbe bis zum Mammutbaum – seine Funktion und seinen Platz hat. Der Respekt vor diesem Wunderwerk verbietet es, mit dem begrenzten menschlichen Wissen in dieses Räderwerk hineinzupfuschen.

Ich bin für ein glasklares Verbot gentechnisch veränderter Organismen in Europa und denke auch, es muss sichergestellt bleiben, dass es keine Patente für lebende Organismen geben darf. Der Patentschutz ist der wirtschaftliche Hebel, mit dem sich die wirtschaftlichen Interessen durchsetzen lassen. Gibt es diesen Hebel nicht mehr, lohnt es den Aufwand nicht mehr und das Thema wird sich aus sich selber heraus erledigen.

Der Patentschutz auf gentechnisch veränderte Organismen darf deswegen auch nicht durch die Hintertür in Form von Freihandelsabkommen in unsere Rechtsordnung Eingang finden.