Religion und Staat

Ich selber bin kein gläubiger Mensch. Die Religion ist meiner Meinung nach grundsätzlich Sache jedes einzelnen Menschen. Es ist mir gleichgültig, ob er glaubt oder nicht und an wen Mensch glaubt.

Es ist mir aber nicht gleichgültig, wenn das Werben einer Religionsgemeinschaft um Anhängerschaft nötigende Formen annimmt oder wenn die Religionsausübung ungesetzliche Handlungen zur Folge hat. Das Recht der Religionsausübung steht nicht über dem Staat. Religionsgemeinschaften sind kein Staat im Staate, sondern haben sich friedlich in den gegebenen rechtsstaatlichen Rahmen einzufügen. 

In der öffentlichen Diskussion wird der Begriff der Trennung von Staat und Kirche häufig religionsfeindlich verstanden. Die Trennung zwischen Staat und Kirche wird als Kampfbegriff missbraucht, um gegen Religion zu Felde zu ziehen und Religionsunterricht aus Schulen zu verdrängen u.v.a.m.
Diese Auffassung teile ich ausdrücklich nicht. Man kann im Alter von 14 Jahren seine Religionsmündigkeit nur dann selbstbestimmt wahrnehmen, wenn man weiß, was Religion ist und weiß worauf man sich einlässt. Kenntnisse über Religionen und was sie jeweils auszeichnet, sind ein wichtiger Baustein von Bildung, Wertegerüst und Kultur in unserem Lande.
Würde diese Thematik ausgeklammert, ginge das mit einem Kulturverlust und Verlust an Selbstbestimmung einher. 

Religion stillt ein spirituelles Bedürfnis der Menschen. Gäbe es dieses nicht, gäbe es auch keine Religion und hätte es auch nie eine gegeben. Wenn es aber ein spirituelles Bedürfnis gibt, wird Mensch Mittel und Wege finden, dieses zu stillen.
Für den gesellschaftlichen Frieden ist es erforderlich, wenn es von Glaubensgemeinschaften gestillt wird, die dem Staat loyal gegenüber stehen, als dass sich unter dem Deckmantel der Religionsausübung Subkulturen entwickeln, die kämpferisch dem Staat in Gegnerschaft gegenüberstehen. Diese Tendenz besteht grundsätzlich dann, wenn die Loyalität des Glaubens über die Loyalität zum Staat gestellt wird.

Deswegen bin ich ein Befürworter der Idee der Gründung  körperschaftlicher islamischer Religionsgemeinschaften anstatt es auf Dauer hinzunehmen, dass in einzelnen Hinterhofmoscheen von Religionsvereinen der Dschihad gepredigt wird.

Nicht hinnehmbar ist es für mich, wenn die Türkei unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit in Form der staatlichen DITIB geheimdienstliche Indoktrination der bei uns lebenden türkischen Bevölkerung betreibt.

Hinweisen möchte ich auf den Beschluss zur Religionspolitik, den meine Partei auf dem Parteitag in Münster im November 2016 fasste und den ich als Delegierter meines Kreisverbandes mittrug.